Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT NOK zu Gast bei MOTIP DUPLI

Erstellt am: 07.05.2015

Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT NOK zu Gast bei MOTIP DUPLI in Haßmersheim

Es darf auch mal ein Ausrutscher dabei sein ...

Im Mai traf sich der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Neckar-Odenwald-Kreis  (AKSW) zum dritten Mal in diesem Schuljahr, um sich über ein interessantes Unternehmen der Region und seine Ausbildungsangebote zu informieren.

Treffpunkt war Haßmersheim, Hauptsitz von Motip Dupli, dem europäischen Marktführer in den Bereichen Lackaerosole und Lackstifte mit elf Tochtergesellschaften in ganz Europa. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer der Berufsorientierung waren der Einladung gefolgt, besichtigten das Werk, erlebten, wie aus einer einfachen Weißblechdose ein fertiges, mit Lack befülltes Aerosol wird und diskutierten anschließend lebhaft mit der Ausbildungsleiterin und HR-Referentin des Unternehmens, Martina Kercher.

SCHULEWIRTSCHAFT steht seit über 60 Jahren für die erfolgreiche Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung von Schulen und Unternehmen. In diesem Netzwerk, in dem sich u. a. auch der Unternehmensverband Südwest/Südwestmetall, das Staatliche Schulamt Mannheim, die IHK Rhein-Neckar, die Handwerkskammer und die Agentur für Arbeit engagieren, setzen sich Vertreter von Schule und Arbeitswelt schulart- und branchenübergreifend für eine gute und fundierte Bildung und die Zukunft junger Menschen ein.

Interessantes Unternehmen

Motip Dupli produziert an drei Produktionsstandorten jährlich ca. vier Millionen Lackstifte und 45 Millionen Lackaerosole (der Laie würde "Lack-Spraydosen" sagen). 350 Mitarbeiter am Standort Haßmersheim arbeiten im Dreischichtbetrieb, unterstützt von 25 Auszubildenden und dual Studierenden in neun Ausbildungsberufen.

Obwohl sich überall auf dem Werksgelände die fantastischsten Graffitis an den Mauern finden, ist die Sprayerszene nicht die wichtigste Zielgruppe des Unternehmens. Vielmehr werden vor allem die Automobil- und die Dekoindustrie beliefert. Die Geschäfte laufen gut – gruppenweit beläuft sich der Umsatz auf 205 Millionen Euro (2014).

Interessantes Ausbildungskonzept

Angeboten wird eine Ausbildung in den Richtungen Industriekaufleute, Informatikkaufleute, Mediengestalter, Lacklaboranten, Fachkräfte für Lagerlogistik, Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik sowie ein duales BA-Studium (DHBW Mosbach) in der Richtung BWL Industrie. Mit dieser breiten Platte begegnet Motip Dupli dem zunehmenden Fachkräftemangel, der vor allem Unternehmen "auf dem Land" trifft.

Bei der Auswahl seiner Azubis sind dem Unternehmen neben den Noten – "da darf auch al ein Ausrutscher dabei sein", wie Martina Kercher berichtet – auch andere Faktoren, wie Hobbies, Tätigkeit in Vereinen, soziale Kompetenz, eine Verhaltensnote besser als Drei, eine Mitarbeitsnote ebenfalls von mindestens Zwei, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft wichtig. Besonderer Wert wird auch auf Höflichkeit und gute Umgangsformen gelegt. Das bemerkten die Gäste vom AKSW schon beim Betreten des Firmengeländes: überall ein freundliches Lächeln und ein nettes Hallo.

Alle neuen Auszubildenden durchlaufen eine Rotation, die erste Aufgabe ist die Postverteilung auf dem ganzen Gelände (die "Hauptstraße" ist immerhin rund einen Kilometer lang) – "da bekommt man die Zusammenhänge schnell mit", so Kercher.

Zeigt sich, dass ein Kandidat an sich gut ist, aber noch Defizite hat, ist noch nicht aller Tage Abend: Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, die jungen Leute fit fürs (Berufs-)Leben zu machen und ihnen bei Bedarf eine individuelle Förderung angedeihen zu lassen. Auf jeden Fall  gehört dazu das Training von Soft Skills mit Teamschulungen, aber auch individuelle Fördermaßnahmen (vom ordentlichen Grüßen bis zum korrekten Benehmen am Telefon) sind an der Tagesordnung. Patenschaften durch ältere Azubis, Bildungspartnerschaften und Kooperationen mit weiteren Schulen sind weitere Ansätze. So kann Motip Dupli mit einer Übernahmequote von fast 100 Prozent und einem ausgezeichneten Betriebsklima punkten.
 

Südwestmetall
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Datum: 2.4.2020

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